Nach Fasching kommt die Fastenzeit
Im 17. Jahrhundert lebten einige deutsche Mönche die Fastenzeit mit einer Konsequenz, die heute fast unvorstellbar wirkt. Die kirchlichen Vorschriften verboten ihnen für 40 Tage jede feste Nahrung.
Um diese Zeit dennoch körperlich zu überstehen, entwickelten sie ein besonders kräftiges Bier – reich an Malz, Nährstoffen und Kalorien. Nicht umsonst bekam es den Namen „flüssiges Brot“.
Dabei ging es nicht um Genuss, sondern um Notwendigkeit. Dieses Starkbier war Teil einer durchdachten Überlebensstrategie, die es den Mönchen erlaubte, weiter zu arbeiten, zu beten und den strengen Alltag im Kloster zu bewältigen – allein mit Bier und Wasser.
Viele Jahrhunderte später, im Jahr 2011, wollte ein Journalist herausfinden, wie fordernd diese Praxis tatsächlich war. Er rekonstruierte das historische Rezept und ernährte sich 40 Tage lang ausschließlich von diesem Bier und Wasser. Seine Erfahrungen hielt er sorgfältig fest, sowohl körperlich als auch mental.
Am Ende des Selbstversuchs hatte er rund 11 Kilogramm Gewicht verloren – vor allem aber einen tiefen Respekt vor der radikalen Askese der Mönche gewonnen. Das Experiment bot einen seltenen Einblick in eine spirituelle Lebensweise, in der Glaube, Entbehrung und die überraschende Nährkraft eines mittelalterlichen Bieres eng miteinander verbunden waren.
Ein Netzwerkfund - Autor unbekannt
Bild von Tama66/Pixabay
